2 26 09 | 07.09. – 11.09.2026
Kooperationsveranstaltung mit dem Bonifatiuswerk
Kooperationsveranstaltung m.d. KEFB Paderborn
Kurs für ehemalige Seelsorgehelferinnen und Gemeindereferentinnen aus der Diaspora
„Ich lege euch das heute so aus“ – oder: Ich aber sage euch!
Wie kann ich heute die Bibel lesen ohne antijüdische Abwertung?
Jede und jeder in der (bibel-)pastoralen Praxis ist immer wieder mit Anfragen wie diesen konfrontiert: Der Gott des Alten Testaments ist doch im Gegensatz zum Gott Jesu wirklich grausam und voller Gewalt? Die Schriftgelehrten und Pharisäer waren Jesu Gegner und die Juden haben ihn umgebracht. Erst Jesus hat den liebenden Vater und die Nächstenliebe verkündet. Die Kirche ist das neue Volk Gottes, etc. – Ungewollte und oft unbewusste Abwertungen, bisweilen antisemitische oder antijüdische Aussagen sind in der Predigt, in Gebeten, in Liturgie und Gesprächen überall präsent.
Seit einigen Jahren beginnt eine neue Deutung unserer christlichen Anfänge. So nennt Klaus Wengst den Satz „Jesus war der erste Christ“ sehr pointiert einfach „Unsinn“. Andreas Benk geht noch einen Schritt weiter und nennt den gesamten christlichen Gründungsmythos von Pfingsten schlicht antijüdisch. Hat das Christentum, wie Norbert Reck schreibt, einen „Herzfehler“? Ist Heilung möglich? Wie kann man vermeiden, dass sich christliche Identität wie von selbst auf Kosten der jüdischen Identität ausbildet? Wie viel Raum ist zwischen Verheißung und Erfüllung?
Was alles lässt sich entdecken, wenn wir mit mehr Wissen und weniger Interesse an Abwertung und Profilierung biblische Texte lesen? Die Tage der Gemeinschaft wollen im gemeinsamen Lesen und Sprechen zu Suchbewegungen ermutigen, Fallstricke aufspüren und an ausgewählten alt- und neutestamentlichen Texten neue Lese-Perspektiven erarbeiten.
Beginn: 18.00 Uhr
Ende: 11.00 Uhr
Leitung: Dr. Katrin Brockmöller